Lübecks erstes "freies" Lastenrad - und hoffentlich nicht das letzte!

Kurz nach den Eisheiligen brauchte ich Pflanzenerde zum Umtopfen meiner kleinen Gemüse-Zöglinge. Eine perfekte Gelegenheit das neue – und erste – freie Lastenrad in Lübeck auszuprobieren 🙂

Die Vision

Mit der Vision vom leisen, feinstaubfreien Lübeck hat Martin Mohrmann von der Gürtelmanufaktur ein Lastenrad (ein Muli) angeschafft, das seit einigen Wochen geliehen werden kann. „Frei“ bedeutet, dass es keine feste Nutzungsgebühr gibt, sondern man frei entscheiden kann, ob und wenn ja welchen Spendenbetrag man zahlen möchte, um das Projekt zu unterstützen.

Die Registrierung

Für die Nutzung des Lastenrads registriert ihr euch zunächst unter https://veload.de und meldet euch für das Onboarding an. Beim Onboarding werden die nötigen Formalitäten geklärt, ihr habt die Möglichkeit Fragen zu stellen und es gibt eine kleine Einführung in das Lastenradfahren mit dem Muli. Anschließend werdet ihr für die Lastenradnutzung freigeschaltet und könnt das Muli buchen.

Das Lastenrad hat einen Elektromotor und der Korb lässt sich einklappen, so dass das Muli unbeladen super schlank ist. Bei Bedarf können Eurokisten oder eine Sitzbank für Kinder ausgeliehen werden.

Wie es sich fährt

Wenn man noch nie mit einem zweirädrigen Lastenrad gefahren ist, sind die ersten Meter mit dem Muli sehr wackelig. Mir kam es vor, als säße ich zum ersten Mal auf einem Fahrrad und wäre noch dazu ziemlich betrunken. Aber die Lernkurve ist sehr steil und schon beim zweiten Versuch klappt es deutlich besser. Nach ein paar hundert Metern fühlt es sich an als wäre man nie auf einem anderen Rad gefahren – der Wenderadius ist aber natürlich größer als bei einem normalen Fahrrad und man muss noch mehr daran denken, dass man von Autofahrenden vielleicht falsch eingeschätzt wird. In dem eingeklappten Korb können kleinere Sachen wie z.B. meine halbvolle Fahrradtasche verstaut werden. Ohne Last braucht man die Motorunterstützung eigentlich nicht, aber um mich damit vertraut zu machen, habe ich trotzdem mal alles ausprobiert. Mit drei Säcken Erde war ich nicht weit unterhalb der zugelassenen 70 kg Korbzuladung und war sehr dankbar für die elektrische Unterstützung. Auch beladen fährt sich das Muli wirklich gut. Dennoch sollte man es vollbeladen mit der Geschwindigkeit nicht übertreiben und vorsichtig zum Stehen kommen, denn beim Anhalten muss man die Last natürlich selbst halten.

Freie Lastenräder

In vielen Städten in und außerhalb von Deutschland gibt es bereits freie Lastenräder. Über 160 dieser Initiativen sind über das Forum Freie Lastenräder organisiert und haben das Ziel, die Mobilität in Städten zu verbessern. Sie plädieren für ein Umdenken in der urbanen Mobilität durch Verkehrsberuhigung und ressourcenschonende gemeinschaftliche Nutzung der Lastenräder. Bleibt zu hoffen, dass andere Gewerbetreibende in Lübeck, Vereine, Initiativen oder die Stadt selbst dem Beispiel von veload folgen und es bald weitere freie Lastenräder gibt. Der ADFC und StattAuto haben jeweils ein Lastenrad angeschafft, das sie bald an ihre Mitglieder verleihen. Wenn ihr selbst Erde oder andere Lasten mit dem veload-Muli transportieren wollt oder auch ein freies Lastenrad zur Verfügung stellen möchtet, findet ihr weitere Infos unter https://veload.de und https://dein-lastenrad.de.

Zum Schluss noch ein Rat

Vorsicht, wenn es zurück auf das eigene Fahrrad geht – es fühlt sich fast genauso wackelig an wie die ersten Meter mit dem Muli 😉

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